k-diamantene hochzeit weber vorbachzimmern1 Alexander und Emma Weber feierten am Sonntag in Vorbachzimmern ihre diamantene Hochzeit. Ortsvorsteher Gerhard Hauf überreichte eine Urkunde des Landes und einen Geschenkkorb im Namen der Stadt Niederstetten. Anschließend saß man in gemütlicher Runde zusammen und das Jubelpaar erzählte aus dem langen, gemeinsamen Leben voller Erinnerungen und Erfahrungen. Webers sind keine gebürtigen Vorbachzimmerner. Sie sind vor zwanzig Jahren aus Sibirien hierher übergesiedelt. Bereits ihre Vorfahren hatten eine bewegte Zeit und waren aus dem Wolga-Gebiet in die Alteiregion umgesiedelt worden. Dort gründeten sie Podsosnowo, eines von 120 Dörfern mit deutschstämmigen Bewohnern. 1937 verlor Alexander Weber als kleiner Bub seinen Vater als Stalin einen Großteil der Männer der Region erschießen lies. In den Kriegsjahren wurde er eingeschult. Der Mangel war allgegenwärtig und so war schon nach kurzer Zeit Schluss mit der Schule. Etwas besser erging es seiner Frau Emma, die sechs Jahre lang zum Unterricht durfte. Schon als Kinder mussten sie mit aufs Feld um Unkraut zu jäten. Mit 13 Jahren hütete Alexander Vieh für die Kolchose. Anfang der Fünfziger Jahre heiratete Emmas Bruder Alexanders Schwester. Die wunderte sich, dass Alexander seine Schwester recht oft besuchte, bis er eines Tages mit dem wahren Grund seiner häufigen Besuche heraus rückte. Er war ein stattlicher, kräftiger Mann und so war auch Emma nicht abgeneigt. Am 23. April 1957 heirateten die beiden. Es war eine recht einfache Angelegenheit. Kein Fest, keine Feier. Emma hatte keine Eltern mehr, Alexander nur noch die Mutter.

Ab 1959 war Alexander Traktorist. Er fuhr Schlepper, Mähdrescher und auch im Winterdienst. Viel Zeit musste in die Wartung und Reparaturen der Maschinen investiert werden. Es war eine harte Arbeit in 12-Stunden-Schichten, zu Schichtwechsel sogar 18 Stunden am Stück. Sohn Hans berichtet, man habe den Vater manchmal eineinhalb Monate nicht gesehen, weil er so viel auf der Arbeit war. Emma war Melkerin in der Kolchose.

1961 wollten Sie ein Haus bauen. Baumaterial gab es allerdings nicht. So kauften sie ein Häuschen. Es ging aufwärts mit Podsosnowo. Die Bewohner waren fleißige Leute und das Dorf entwickelte sich zu einem Vorzeigedorf. Es wurde sogar zum schönsten Dorf in Russland ausgerufen. Und die Familie Weber wuchs ebenfalls. Fünf Kinder schenkte Emma ihrem Alexander. Anfang der Neunziger dann gab es die nächsten große Veränderungen. Die Politik hatte den Weg für die deutschstämmige Bevölkerung frei gemacht, nach Deutschland zurück zu kehren. Den Anfang machten Tochter Olga und Sohn Andreas. Im Dezember 1996 besuchten Alexander und Emma ihre Kinder in Deutschland. Dort zeigte sich ein anderes Bild als die von den Sowjets immer aufgezeigte Steinwüste, in der die Not herrsche. Aber dennoch war es keine leichte Entscheidung, in der alten Heimat alles abzubrechen und hierher überzusiedeln. Schließlich hatte man sich auch in Sibirien etwas erarbeitet. Zwar bekam man immer wieder zu spüren, dass man kein Russe war und musste aufpassen, in der Öffentlichkeit nicht deutsch zu sprechen. Aber die ganze eigene Geschichte war hier. Man hatte sein Haus. Darüber hinaus hatten sich Webers eine Imkerei aufgebaut. Als Alexander gesundheitliche Probleme hatte empfahl man ihm, Honig zu essen. Bienen durfte man halten und so war er in die Bienenhaltung eingestiegen. Am Ende waren es 70 Völker, die Webers hielten. Den Honig konnte man verkaufen und es ging ihnen eigentlich relativ gut. Mit entscheidend für die Familien war dann aber auch, dass die jungen Männer zum Militärdienst eingezogen wurden. Anders als damals bei der Bundeswehr kehrten in Russland viele nicht mehr nach Hause zurück. Auf den Tag genau vor 20 Jahren kamen Alexander und Emma Weber schließlich endgültig im Vorbachtal an. Auch ihre anderen Kinder siedelten über. Von den ursprünglich 3000 Einwohnern Podsosnowos taten es ihnen viele gleich. Viele von Ihnen leben heute hier in der Region. Die Kinder der Webers wohnen in Vorbachzimmern, Niederstetten und Weikersheim. Neben den elf Enkeln haben Alexander und Emma inzwischen nochmal elf Urenkel.

Aus ihrer Zeit in Sibirien haben Webers die Vorliebe für Bienen mitgebracht. Die Söhne haben auch hier zahlreiche Bienenvölker und Alexander ist mit über achtzig Jahren noch täglich unterwegs. Dass sie hierher gekommen sind bereuen sie nicht. Sie wurden gut aufgenommen. Das liegt wohl auch daran, dass sie selbst umgängliche Leute sind. Alexander und Emma halfen früher schon bei der Weinlese. Einige Kinder und ihre Familien sind in Sport- und Gesangvereinen aktiv, z.B auch als Chor- oder Übungsleiter, oder wenn der Ortsvorsteher jemanden für den Bau eines Schrankes im Dorfzentrum braucht.

Und wenn man Emma und Alexander beim Sonntagsspaziergang trifft, werden immer ein paar nette Worte gewechselt und die ein oder andere Geschichte ausgetauscht. Die Webers und Vorbachzimmern, das passt einfach.  

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