Herbstkonzert um den "Wilden Westen"

Ein Hauch von wildem Westen wehte am Samstag durch die vorbachzimmerner Halle. Der Gesangverein hatte zum Herbstkonzert unter diesem Motto eingeladen. Passend dazu traten neben der Männerchorgemeinschaft Nassau/Weikersheim, dem gemischten Chor und der dem jungen Chor InTakt des gastgebenden Vereins auch die Country & Line Dance Freunde aus Markelsheim auf.herbstkonzert 2015 intakt mit

Die Halle war mit Lagerfeuer, Sätteln, Hufeisen und Cowboyhüten im Westernstil geschmückt. Mit „Lasst uns singen“ begrüßte der gemischte Chor aus Vorbachzimmern seine Gäste und machte auch klar, was vom Abend zu erwarten war. Der Vereinsvorsitzende Jochen Schmidt führte locker durch das Programm, dessen erster Block weiter vom gemischten Chor gestaltet wurde. Zunächst hatte es noch recht wenig mit der neuen Welt zu tun. Dafür stand mit „Sonne, leuchte mir ins Herz hinein“ klassische Literatur von Heinrich Hesse auf dem Programm. Gefolgt wurde es vom „Eschenhain“ von Paul Zoll nach einem alten englischen Volkslied, dem der Chorleiter der Vorbachzimmerner, Eugen Lachmund viel Potenzial bescheinigt. Mit Andrew Loyd Webbers „Memory“ aus dem Musical Cats kam nun auch ein Lied von jenseits des Atlantiks zur Aufführung. Und schließlich baten die Sängerinnen und Sänger musikalisch um „Ein Likörchen für das vorbachzimmerner Chörchen“ – eine Bitte, die noch auf der Bühne gewährt wurde.herbstkonzert 2015 gk

Den zweiten Block gestalteten die Männer der Chorgemeinschaft Nassau/Weikersheim. Die waren schon recht kurzfristig eingesprungen, um den Liederabend mit zu gestalten. Nun fiel ihnen auch noch die Chorleiterin aus. Zum Glück gibt es da im Vorbachtal einen, auf den Verlass ist, wenn Not am Mann ist - Adolf Nicklas. Der erklärte sich bereit, den Chor beim Auftritt in Vorbachzimmern zu leiten. Den Anfang machte „Herr, deine Güte…“, die bekannte Vertonung des Psalm 36 von A.E. Grell. Das zweite Lied dieser Runde lieferte für alle Nichtsänger in der Halle den „Grund, warum wir jede Woche zum Singen gehen“ wie Schmidt es ankündigte. „Nur frisch gesungen, und alles ist wieder gut-...“ des altbekannten Friedrich Silcher war die Lösung. Den abschließenden „Lindenbaum“, ebenfalls in der Version von Silcher, kennen die Meisten wohl eher als „Am Brunnen vor dem Tore“ von Franz Schubert.herbstkonzert 2015 wn

Nun wurde es tatsächlich wild im wilden Vorbachtal. Die Country & Line Dance Freunde Markelsheim tanzten sich zu „Cotton Eyed Joe“ durch die Halle auf die Bühne. Zahlreiche Line Dances und Paartänzen hatten sie im Repertoire und begeisterten das Publikum. Vom coolen Originalcowboy bis zum adretten, modernen Cowgirl in Jeans war alles vertreten. Die Musikauswahl war nicht weniger vielfältig und streifte eher Traditionelles ebenso wie rockigere Titel. Zu jedem Lied gab es eine neue Choreografie. Also war nicht nur Kondition sondern auch volle Konzentration bei den Tänzern gefragt. Schließlich durften die Gäste aus der neuen Welt nicht ohne eine Zugabe von der Bühne.herbstkonzert 2015 cowboy2

Dann war „InTakt“, der junge Chor der Vorbachzimmerner unter der Leitung von Eugen Lachmund  an der Reihe. Und der zeigte sich bei seinem ersten Lied tatsächlich ausgesprochen jung. Etliche Sängerkinder waren zur Verstärkung auf die Bühne mitgekommen und gemeinsam wurde „Ich wollte nie erwachsen sein“ von Peter Maffays Tabaluga angestimmt, was manchem Zuhörer feuchte Augen bescherte. Ohne Kinder ging es dann mit „Über sieben Brücken“ weiter von Karat und „Can´t help falling in Love“, der bekannten Elvis-Schnulze, hin zu „California Dreamin´“ das von den Mamas und Papas geschrieben und an diesem Abend auch von Mamas und Papas des Sängernachwuchses von der Bühne geschmettert wurde. Mit genau so viel Schwung und „Barbara Ann“ ging es auf die Zielgerade. Die abschließenden „Country Roads“ von John Denver animierten nicht nur die Country- Tänzer aus Markelsheim zu einem Spontaneinsatz vor den Bühne, in der ganzen Halle wurde eifrig mitgesungen.herbstkonzert 2015 intakt ohne

herbstkonzert 2015 ghGerhard Hauf überbrachte als Ortsvorsteher von Vorbachzimmern und Vorsitzender des Hohenloher Sängergaus Grußworte. Er erinnerte an den Tag der deutschen Einheit und auch an frühere Zeiten. Vor rund 180 Jahren hatte Vorbachzimmern 763 Einwohner. Vielen von Ihnen ging es nicht so gut. So machten sie sich auf als Auswanderer, ähnlich vielen heutigen Flüchtlingen, und suchten ihr Glück jenseits des Atlantik im Westen. So verlor Vorbachzimmern bis zur Gründung des Gesangvereins im Jahr 1878 rund 80 Einwohner. Und irgendwie passte das Thema des Abends dann auch zu den aktuellen Themen der Zeit.

Nach diesen nachdenklichen Worten war der Männerchor aus Nassau und Weikersheim mit Adolf Nicklas wieder an der Reihe.  Sie hatten kurzfristig ihr Programm etwas umgestellt und trugen nun den „Danny Boy“, ein Lied mit alten Wurzeln im Angelsächsischen vor und „Warum bist du gekommen“. Letzteres ist wohl vielen regelmäßigen Konzertbesuchern als „Bajazzo“ geläufig. Nach den gefühlvoll vorgetragenen Weisen um Abschied, Schmerz und Liebe ließen es die Herren zum Abschluss noch mal richtig krachen. „Santiano“ von der gleichnamigen Gruppe aus Flensburg stand nun auf dem Programm, ein Lied, das auch im Original seit einiger Zeit große Erfolge feiert. Hier kam der volle Klang des stattlichen Männerchors richtig zur Geltung und das Publikum war begeistert.

Schließlich ging es in die letzte Runde. Der Gemische Chor aus Vorbachzimmern schritt erneut unter Leitung von Eugen Lachmund, der in der Manier eines Westernpianisten auch Virtuos in die Tasten griff, zur Tat. Nun wurde das Motto des Abends noch einmal mit einem Westernzyklus besungen. Angefangen mit dem etwas wehmütigen „Wenn die Sonne erwacht in den Bergen“  von Larry Vincent folgte nicht weniger melancholisch das „Heimweh nach Virginia“ in der Version von Gerd Onnen. Ein ganzer Strauß an bekannten Wild-West-Melodien, dem Medley „Golden Western Songs“ von Otto Groll sorgte auch aus den Reihen der Cowboys für das ein oder andere „Yeehaah“.herbstkonzert 2015 cowboy1

Schon neigte sich der offizielle Teil des Abends dem Ende entgegen. Weil Feiertag war und auch die Kinder mitmachen wollten, hatte man bereits um halb acht angefangen und kurz vor zehn trat Jochen Schmidt zum letzten Mal ans Mikrofon. Er danke allen beteiligten, den Chören mit ihren Chorleitern und Vorsitzenden und den Country & Line Dance Freunden mit ihrem Organisator Siggi Rupp samt Ehefrau für die Mitwirkung. Dem Jugendclub von Vorbachzimmern dankte er für die Bewirtung, seiner Stellvertreterin Andrea Schuch und dem Vorstandsteam für die Unterstützung und schließlich allen, die zum Gelingen des Abends beigetragen hatten. Das vorletzte Lied „Neigen sich die Stunden“ von Lorenz Maierhofer machte deutlich, was die Stunde geschlagen hatte. Gemeinsam mit allen Mitwirkenden und dem Publikum wurde schließlich noch „Ein schöner Tag“ nach Manfred Bühler angestimmt. Die zugrunde liegende Melodie von „Amazing Grace“ ist so bekannt, dass wirklich fast jede und jeder mitsingen konnte und es auch tat.herbstkonzert 2015 ausklang

Vielleicht lag es ja auch daran, dass kurz nach dem offiziellen Ende aus der Ecke der Nassauer schon wieder Gesang zu hören war. Neil Sedakas „Ich komm zurück nach Amarillo“ machte passend zum Abend den Anfang. Ihm folgten viele weitere Lieder. Sängerinnen und Sänger der anderen Chöre und selbst die Westernfreunde aus Markelsheim gesellten sich dazu und sangen voller Inbrunst mit, dass jedem Chorleiter das Herz aufgehen musste. Wein-, Trink- und Heimatlieder erklangen in gemütlicher Runde bis es gegen Mitternacht dann langsam ruhiger wurde und die Halle sich leerte. Beim Aufräumen, das noch ein paar Stunden weiter ging, waren sich die Vorbachzimmerner dann einig. Es war ein schöner Abend gewesen,  mit den Cowboys und –girls mal etwas Anderes. Und wenn die Gäste so gerne blieben, hatte es wohl auch ihnen gefallen.

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