Hohe Ehrungen bei der Gesangvereinsweihnacht

Zahlreiche hohe Ehrungen machten die Weihnachtsfeier des Gesangvereins Liederkranz in Vorbachzimmern zu einer ganz besonderen Veranstaltung. Sechs neue Ehrenmitglieder und einen neuen Ehrenvorsitzenden hat der Verein nun und ein Ehrenzeichen in Gold des Deutschen Chorverbandes für 60 Jahre aktives Singen wurde obendrein vergeben.k-gesangverein vorbachzimmern ehrungen 2016

Das war eine schöne Überraschung für die neuen Würdenträger, die weitgehend ohne Vorahnung zur Weihnachtsfeier gekommen waren. Die Feier begann dann auch recht unspektakulär mit einem gemeinsamen Lied, der „Tochter Zion“ und dem Abendessen. Dann ergriff der erste Vorsitzende Jochen Schmidt unterstützt durch die zweite Vorsitzende Andrea Schuch das Wort. Er erläuterte, dass man für die Ehrenmitgliedschaft das 60. Lebensjahr vollendet haben müsse, davon mindestens 20 Jahre als aktives Chormitglied. Diese Voraussetzungen haben seit den letzten Ehrungen sechs Mitglieder erfüllt, allesamt Frauen. Für jede der Damen hatte Jochen Schmidt sich ein paar kurze Schlagworte parat gelegt um sie zu charakterisieren. Von spontan, offen, zuverlässig, sehr gesellig, „immer mitten drin, aber bloß nicht auffallen“ über „ein super Text- und Melodiengedächtnis“ bis hin zu „organisiert liebend gern“ trafen die Beschreibungen dem Applaus zufolge die Persönlichkeiten wohl recht genau. Die neuen Ehrenmitglieder heißen Hilde Haag, Elisabeth Hauf, Ruth Kercher, Betty Mann, Aline Nagel und Anneliese Schuch. Ruth Kercher ist zudem seit 19 Jahren Schriftführerin und Anneliese Schuch war „eine gefühlte Ewigkeit“ lang Kassiererin des Vereins. Außerdem zählen die meisten der Damen zum Kartoffelsalat-Team, das an zahlreichen Veranstaltungen verschiedener Vereine vom Maibaumfest bis zu den Theaterabenden die viel gelobte Köstlichkeit zubereitet. Neben einer Urkunde bekamen die Damen einen kleinen Geschenkkorb mit Spezialitäten der Region.

Den nächsten zu Ehrenden beschrieb Jochen Schmidt mit den Worten „Mister Vorbachzimmern – niemand hat in den letzten Jahrzehnten den Verein mehr geprägt als er“. Ortsvorsteher Gerhard Hauf hatte neben vielen anderen Ehrenämtern 26 Jahre lang auch den Gesangverein als Vorsitzender geführt. In dieser Zeit wurde unter anderem der Gemischte Chor und auch der neue Chor InTakt gegründet sowie zahlreiche Konzerte und andere Veranstaltungen organisiert. Heute fahre man die Ernte ein, die er gemeinsam mit den jeweiligen Vereinsgremien ausgesät habe. Gerhard Hauf wurde für seine Verdienste zum Ehrenvorsitzenden des Gesangverein Liederkranz Vorbachzimmern 1878 e.V. ernannt.

Schließlich stand noch eine besondere Ehrung an, die nicht häufig ausgesprochen wird. Rudolf Mann war zum 75. Vereinsjubiläum 1953 in den Gesangverein eingetreten und ihm aktiv treu geblieben. Er habe damit in über 60 Jahren an 3000 Singstunden teilgenommen, so rechnete Schmidt vor, denn Rudi sei immer ein Vorbild an Zuverlässigkeit und Einsatzwillen gewesen. Dazu gesellten sich Toleranz und Humor was auch beim Nachklang der Singstunden, durch die sich die vorgenannte Zahl noch verdopple, zum Tragen käme. Unzählige Jahre hatte er im Beirat mitgewirkt, viele davon als Kassierer. Gerhard Hauf in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Chorverbandes Hohenloher Gau hatte die Ehre, Rudolf Mann das Ehrenzeichen des deutschen Chorverbandes in Gold zu überreichen. Die stehenden Ovationen der Vereinsmitglieder machten deutlich, wie viel Sympathie und Ansehen sich Rudi in all den Jahren erworben hat.

In seinem Grußwort ging Gerhard Hauf auch auf die Situation des Chorgesangs insgesamt ein. Nachdem es vor ein paar Jahren noch relativ düster ausgesehen habe und in vielen Chören Endzeitstimmung geherrscht habe, sei nun eine deutlich positive Tendenz wahrzunehmen. Viele Vereine hätten mit der Gründung neuer Chöre wieder Perspektiven. Wurde schon in der Vergangenheit auch in den bestehenden Chören neue Chorliteratur ausprobiert, sei es nun gelungen, mit neuen Konzepten auch neue Sänger zu gewinnen. Als Beispiel nannte er unter anderem den Gesangverein Vorbachzimmern. Der sei so gut aufgestellt wie nie. Seit diesem Sommer gibt es neben dem Gemischten Chor und InTakt auch noch einen Kinderchor. Heute sei ihm nicht mehr Bange um den Chorgesang.

Die Vorbachzimmerner Chöre singen allesamt unter der Leitung von Franziska Hammel. Aufgrund des plötzlichen Todes des vorherigen Chorleiters Eugen Lachmund im Frühjahr 2016 war man gezwungen, sich nach einer neuen musikalischen Leitung umzuschauen. Fündig wurde man in eigenen Reihen in Person der erst zwanzigjährigen Nachwuchsdirigentin. Die hatte im Jahr zuvor den Lehrgang zum Chorleiter absolviert und wollte eigentlich erst in den Kinder- und Jugendbereich einsteigen. Nun wurde sie halb ins kalte Wasser geworfen, halb sprang sie selbst. Inzwischen hat sich das Ganze recht gut eingespielt und Franziska würde das gerne ihr „ganzes Lebens vollends machen“, wie sie in einer kurzen Anspache sagte. Sie bedankte sich, dass der Chor alles mitmache, was sie neu eingeführt oder ausprobiert habe. Jochen Schmidt wiederum zeigte sich glücklich über die neue Chorleiterin und gab den Dank zurück.

Danach ging es zum gemütlichen Teil des Abends über. Da hatte Martina Hammel ihren Auftritt. Als Gertrud von Untereichenrot lies sie das vergangene Jahr noch einmal Revue passieren, vom Chorleiterwechsel über das Konzert von Annaweech, bis hin zur Konzertreise nach Berlin fasste Sie die Ereignisse humorvoll zusammen. Nach einem Musikmemory und der Vergabe der „goldenen Stimmgabel“ durch Franziska Hammel an Werner Striffler als einsatzfreudigen Nachwuchssänger endete die Feier bei bester Stimmung erst zu später Stunde.

(Bild und Text FT)