Altehrwürdiger Gesangverein jugendlich frisch

Zwei ereignisreiche Jahre liegen hinter dem Gesangverein Liederkranz Vorbachzimmern. Vor allem des letzte halbe Jahr hatte es in sich. Seit dem Chorkonzert im Herbst 2018 in der Vorbachzimmerner Kirche haben sich fast 20 neue Sängerinnen und Sänger dem jungen Chor InTakt angeschlossen. Wenn beide Chöre zusammen, der gemischte Chor und InTakt gemeinsam auf der Bühne stehen, entfalten die über 50 Stimmen ein volles Volumen.

Und anlässlich der 130. ordentlichen Generalversammlung verjüngte der Verein auch die Führungsmannschaft.k-hv gv 2019 hp

Zunächst gegrüßte der erste Vorsitzende Jochen Schmidt die erschienenen Mitglieder und leitete zügig zu den Berichten über. Schriftführer Werner Striffler gab einen Überblick über die Ereignisse der vergangenen zwei Jahre. 2017 war von zahlreichen Auftritten gekennzeichnet, sei es anlässlich der Konfirmation in Pfitzingen, bei Konzerten und Liederabenden zum Beispiel in Lichtel und Hachtel. Ein eigenes Konzert wurde auch veranstaltet. Der Ausflug war von einer kurzen Anfahrt und von sehr viel guter Laune geprägt. Es ging nämlich nach Markelsheim und dort mit dem gelben Wagen stimmgewaltig und ein bisschen weinselig durch die Weinberge. Am Ende des Jahres folgten noch das Adventssingen in der Kirche, die Weihnachtsfeier mit dem legendären Schrottwichteln und schließlich die Dorfweihnacht, bei der der Gesangverein für das leibliche Wohl der Vorbachzimmerner sorgte.

Für das Jahr 2018 hatte man sich vorgenommen, weniger Auftritte einzuplanen um mehr Zeit für neue Lieder zur Verfügung zu haben. Erstmals wurde ein ganzer Samstag als Probentag mit allen drei Chören und abschließendem gemeinsamem Grillen abgehalten.

Einen Ausflug gab es auch, wieder mit kurzer Anreise und viel guter Laune. Diesmal ging es nach Röttingen, wo man zuerst Interessantes über das Städtchen, seine Geschichte und den Weinbau erfahren und einige sehr schöne Einblicke und Perspektiven bekommen hatte. Anschließend stand eine Weinprobe auf dem Programm. Das musikalische Highlight war dann das oben bereits erwähnte Konzert am 02. Oktober in der Kirche, die aus allen Nähten zu platzen drohte. Die Resonanz mit zahlreichen Neuzugängen und sehr viel positivem Feedback war für die Mitwirkenden überwältigend. Die drei Chöre, neben dem Gemischten Chor und InTakt gibt es noch den Kinderchor, waren so angewachsen, dass für die Weihnachtsfeier das Vereinsheim des TSV nicht mehr ausreichte und man in die Halle ausweichen musste. Auf dem verregneten Weihnachtsmarkt in Niederstetten traten InTakt und der gemischte Chor gemeinsam beinahe mit Vollbesetzung auf. Chorleiterin Franziska Hammel hatte da keinen Platz mehr auf der Bühne und musste sich ein Stück davor postieren.

Dass auch bei den Finanzen alles gut geregelt ist, berichtete Kassiererin Sabine Frank. Die Theaterveranstaltungen gemeinsam mit dem TSV sorgen für eine solide finanzielle Basis. Auch bei den Mitgliedern war ein Zuwachs zu verzeichnen, 75 sind es aktuell.

Kassenprüferin Hilde Frank bestätigte auch im Namen ihrer Kollegin Martina Hammel der Kassiererin eine einwandfreie und saubere Arbeit und schlug der Versammlung vor, Entlastung zu erteilen.

Hierzu übergab Jochen Schmidt das Wort an den Ortsvorsteher Gerhard Hauf, der als Ehrenvorsitzender des Gesangvereins und Vorsitzender des Hohenloher Sängergau ein absoluter Kenner der Szene ist. In Vorbachzimmern sieht er eine absolute Wohlfühlgemeinde, vor allem auch wegen des regen Vereinslebens. Das Zusammenspiel verschiedener Gruppen funktioniere und vieles laufe ineinander. Das Selbstverständnis, sich einzubringen, komme allen zugute. Nachdem Jochen Schmidt nun seit zehn Jahren sein Nachfolger ist präsentiere sich der altehrwürdige Gesangverein jugendlich frisch. Im Wettbewerb der verschiedenen Freizeitaktivitäten sieht er den Chorgesang im Kommen. Auch auf Gauebene nehme die Zahl der Chöre wieder zu. Ein Kompliment ging an die Chorleiterin Franziska Hammel. Der aktuelle Zuspruch in Vorbachzimmern sei maßgeblich ihr Verdienst. Die Kunst sei es, dies nun weiterzuführen. Der Verein sei mit seinen drei Chören ein tolles Beispiel und biete eine bunte Palette.

Abschließend führte er die Entlastung durch, die einstimmig gewährt wurde.

Als nächstes standen die Wahlen auf dem Programm. In seinem Amt bestätigt wurde der erste Vorsitzende Jochen Schmidt. Andrea Schuch stellte nach zwölf Jahren ihr Amt als zweite Vorsitzende zur Verfügung. Mit Jennifer Mangold-Mohr konnte bereits im Vorfeld eine Kandidatin für die Nachfolge gefunden werden, die dann auch wie die übrigen Mandatsträger einstimmig das Vertrauen der Versammlung bekam. Auch der bisherige stellvertretende Vorsitzende Friedrich Thorwarth trat nicht mehr an. Sein Nachfolger wurde in der Versammlung mit Andreas Kraft gefunden. Schriftführer Werner Striffler, Kassiererin Sabine Frank und die Kassenprüferinnen Hilde Frank und Martina Hammel wurden in Ämtern ebenso bestätigt wie Carmen Thorwarth und Hildegard Mayer als Notenwartinnen und Günter Hammel als Fahnenträger. Dem Beirat des Vereins gehören künftig neben dem Vorstandsteam die Chorleiterin Franziska Hammel und der Vizechorleiter Wilhelm Mohr an, die auch den Musikbeirat bilden. Weitere Beiräte sind Hilde Frank als Vertreterin der passiven Mitglieder, Günter Hammel, Renate Henn, Carmen Thorwarth,Martina Trump Koch, Helen Kraft und Alina Friedl. Diana Waldmann und Richard Weigel schieden auf eigenen Wunsch aus. Bei den Ausscheidenden bedankte sich der Verein mit Geschenkkörben. Der bisherigen zweiten Vorsitzenden Andrea Schuch dankte Jochen Schmidt für die tolle Unterstützung. Sie war „für die Personalpolitik zuständig“. Helfer suchen und einteilen, Kuchenspenden organisieren und vieles mehr hatte sie übernommen und viele Ideen eingebracht. Das habe ihm die Arbeit sehr viel leichter gemacht. Auch Diana Waldmann habe in ihren sechs Jahren im Beirat eine super Arbeit gemacht. Richard Weigel schließlich sei schon eine Ewigkeit lang im Beirat gewesen. „Damals hat mein Vater noch mitgesungen“, meinte der Vorsitzende. Er dankte ihm für die langjährige loyale Treue und Unterstützung im Hintergrund. Als Bewirtschafter war Richard Weigel auch lange Jahre für die Bewirtung der Veranstaltungen verantwortlich.

Chorleiterin Franziska Hammel begann ihren Bericht aus der aktuellen Chorarbeit mit einen Zitat von Antoine de Saint Exupéry: „Wer ein Schiff bauen will, soll nicht Männer zusammen trommeln, um Holz zu beschaffen. Er soll sie die Sehnsucht nach Meer lehren.“ Das sei auch ihre Philosophie bei der Arbeit mit den drei Chören. Dass dies ein Stück weit gelungen sei, zeigten die Erfolge der vergangen Monate. Da hätten die Chöre Begeisterung gezeigt und die Leute mitgerissen. Allerdings machte Sie auch Verbesserungspotential aus. Das liege vor allem in der Disziplin. Die Pünktlichkeit, vor allem aber die Regelmäßigkeit der Teilnahmen an den Chorproben ließen zu wünschen übrig. Der Gemischte Chor und der Chor InTakt üben im vierzehntäglichen Rhythmus. Das war bewusst so festgelegt worden, damit nicht Sänger und Sängerinnen, die beiden Chören angehören mit überlangen Proben überlastet werden und damit auch die InTakt-Proben nicht zu spät beginnen. Wenn nun häufig Mitglieder der einzelnen Ensembles an Proben fehlten, müsse die Chorleiterin eigentlich Bekanntes ständig wiederholen, die regelmäßigen Probenteilnehmer langweilten sich und der Fortschritt beim Einstudieren neuer Lieder werde unplanbar. Deshalb wünsche sie sich, dass alle Ensemblemitglieder sie in diesem Bereich künftig noch besser unterstützen. Insgesamt bedankte sich die Chorleiterin für die Unterstützung und die tolle Gemeinschaft. Ein besonderer Dank ging an die Zuverlässigen, die immer da sind und an die langjährigen Sänger, die den Wechsel in der Chorleitung so gut mitgemacht hätten. Bezüglich des schon mehrfach erwähnten Konzertes zeigte sie sich stolz darauf, was auf die Beine gestellt wurde. Die Chöre zehrten noch immer davon.

Jochen Schmidt kommentierte den Vortrag seiner Chorleiterin mit den Worten „nur wer selber brennt, kann anderen entflammen“. Und genau das sei hier der Fall. Man merke ihr an, wie ernst sie Ihre Aufgabe nehme.

Fast schon zur Randnotiz geriet da das aufwendige Projekt Datenschutz, wo im Zusammenarbeit mit dem TSV unter maßgeblicher Beteiligung der neuen zweiten Vorsitzenden Jenny Mangold-Mohr eine Richtlinie und Erklärungen ausgearbeitet wurden, die inzwischen sogar von Justiziaren und vom Datenschutzbeauftragten des Landes geprüft wurden.

Ebenso geräuschlos und einstimmig ging die Beitragserhöhung über die Bühne. Das mag allerdings auch daran liegen, dass der weiterhin sehr niedrig bleibt. Aktive Sängerinnen und Sänger zahlen künftig zehn Euro jährlich, passive Mitlieder fünfzehn Euro und Kinder fünf Euro.

Abschließend gab der Vorsitzende Jochen Sdchmidt bekannt, dass im laufenden Jahr Investitionen für einen neuen Notenschrank und für einen Beamer geplant sind. Mit letzterem soll es erleichtert werden Lieder auswendig und ohne Notenblatt zu lernen.